Die Ausstellung power.FRAUEN.power geht der Frage nach, wie viel Frau denn im Begriff Powerfrau steckt. Und wie viel Power. Stimmen Fremdbild und Eigenbild immer überein, wenn von Powerfrauen die Rede ist? Oder handelt es sich um einen Begriff, der den Zeitgeist widerspiegelt und damit einen Trend, dass einerseits die Anforderungen an Frauen immer höher werden, andererseits das Ringen zwischen Männern und Frauen weiterbesteht, wie denn nun Kraft, Macht, Leistung für das eine oder das andere Geschlecht oder beide zu definieren seien. Der Duden erklärt uns die aus einem Anglizismus und einem deutschen Hauptwort zusammengesetzte Neuschöpfung „Powerfrau“ als „tüchtige Frau voll Kraft und Stärke“. In den Medien und in Filmen werden dynamische und erfolgreiche Frauen, die in Gesellschaft, Beruf und im Privatleben unterschiedliche Aufgaben miteinander vereinbaren können und dabei schön und begehrenswert sind, gerne als Powerfrauen bezeichnet. Damit wird ein Rollenmodell in die Welt gesetzt, dem im täglichen Leben zuweilen ein negativer oder spöttelnder Beigeschmack anhaftet. Den Weg zur die Karriereleiter erklimmenden Powerfrau scheinen neben Herkunft, Erziehung, Ausbildung, der richtigen Partnerwahl und dem rechten gesellschaftlichen Umfeld auch eine bestimmte energische Grundhaltung und patente Persönlichkeit zu ebnen. Dass aber auch alles ganz anders sein kann, lehrt uns das tägliche Leben und viele Frauen, die sich weigern in das Muster vorgestanzter Erwartungen zu passen. Das Kunstwort Powerfrau wird in der Ausstellung feministisch-kritisch, ironisch und sondierend/analysierend durchleuchtet, wobei keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit der Beiträge erhoben wird. Die Frau wird in unterschiedlichen Rollen und in mannigfaltigen Lebensbereichen gezeigt. Sie begegnet uns als unerreichbares Ideal, manchmal als Idol, als gute Freundin und Weggefährtin, als Mutter und als Objekt der Begierde ebenso wie als künstliches Produkt aus der Paintbox. Gezeigt wird Kunst von Frauen über Frauen und Kunst von Männern zum Thema Frau. Die „Power“ – eine spezielle Dynamik – ergibt sich dabei ganz von selbst durch die künstlerische Qualität der Exponate aus ganz unterschiedlichen Kunstbereichen wie Bildhauerei und Objektkunst, Fotografie, Video, Malerei, Zeichnung und Mixed Material.
Text: Judith.P.Fischer
Eine Ausstellung mit folgende Künstlerinnen und Künstler: Lisa Bäck, Ruth Brauner, Petra Buchegger, VALIE EXPORT, Franziska Maderthaner, Gabriele Fulterer/Christine Scherrer, K.U.SCH., Michael Liebert, Gabi Mitterer, Annerose Riedl, Giovanni Rindler, Christiane Spatt, Bruno Walpoth